Während wir anfänglich in den Zäsuren im Zimmer gefangen gehalten wurden (Alcatras im HGF) und Erfrischung lediglich durch privaten Plausch mit unserem "Aufseher" stattfand, kämpften wir uns den Weg an die frische Luft und den Kaffeeautomaten bald frei und verlegten die Gespräche auf die Unterrichtszeit. Jedoch war es ein aussichtsloses Unterfangen mit einem umweltschädlichen Polyethenkaffeebecher vom Freigang zurückzukehren.
Doch waren die Zäsuren bitter nötig, da unser Kursleiter immer darauf bedacht war uns nicht zu unterfordern, was eine immense Flut an Stoff zur Folge hatte, der nicht selten sechs handgeschriebene Seiten erreichte und sich zu Hause manchmal als nur teilweise brauchbar, da unleserlich, erwies. Was Probleme bei der Vorbereitung auf die Klausur bereitete.
Aber auch eine intensive Vorbereitung war kein Garant für eine problemlose Bearbeitung der Klausur. Dieser Umstand ist entweder auf den mangelnden Intellekt der Schüler oder vielleicht doch auf die Fragestellung zurückzuführen, die stets über mehrere Wochen hinweg wohl bedacht wurde. Aber auch wenn man in der Klausur nicht so gut abgeschnitten hatte, hatte dies weder Auswirkungen auf den Unterricht, noch auf die eigenen mündlichen Noten.
Um die Vorfreude der Kollegiaten auf die Klausur zu erhöhen, teilte er uns immer mit Schadenfreude mit, wenn es ihm wieder gelungen war eine angemessene Klausuraufgabe auszutüfteln. Dabei unterlief unserem Kursleiter dummerweise ein, in seinen Augen, unverzeihlicher Fehler, der darin bestand, dass eine Teilaufgabe versehentlich leichter als gewünscht gestellt war (konnte trotzdem nur von den wenigsten gelöst werden!). Dieses Malheur verfolgte unseren Perfektionisten noch nach zwei Jahren.
Diese hohen Anforderungen stellte er jedoch nicht nur an sich selbst, sondern auch an uns. Besonders traf diese die Schüler, die sich leichtsinnigerweise dafür entschieden hatten, die Facharbeit in Biologie zu schreiben. Die Schwere dieser Entscheidung zeigte sich allerdings endgültig erst bei der Notengebung.
Rückblickend können wir unserem Kursleiter mit gutem Gewissen bescheinigen uns gründlichst auf das Abitur vorbereitet zu haben. Und doch haben wir auch vergnügliche Stunden im Bio-LK verbracht.
Marcel, Carolin, Katrin